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Energiestadt Bonaduz

Energiestadt Bonaduz


Bonaduz erhält das Label Energiestadt

Bericht von Marc Holdener

Den Energieverbrauch drosseln, erneuerbare Energien fördern, die Mobilität umweltfreundlich gestalten – dies und vieles mehr haben sich jene Gemeinden, Städte und Regionen in der Schweiz auf die Fahne geschrieben, die mit dem Label Energiestadt ausgezeichnet worden sind. Mit Beschluss der Labelkommission vom 12. Juni zählt nun auch Bonaduz dazu.
In den letzten Monaten wurde die Gemeinde im Energiebereich genau durchleuchtet und mit einem Punktesystem bewertet. Von 378,9 möglichen Punkten hat Bonaduz deren 217,5 erreicht. Macht umgerechnet eine Quote von 57,4 Prozent. Um das Label Energiestadt zu erhalten, müssen mindestens 50 Prozent der möglichen Massnahmen realisiert oder beschlossen sein.
Grundlage für die Bewertung im Rahmen des Audits bilden folgende Bereiche:
Entwicklungsplanung/Raumordnung, kommunale Gebäude/Anlagen, Versorgung Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation Kooperation.

Ein gutes Zeugnis

Insgesamt stellt die Labelkommission der Gemeinde Bonaduz ein gutes Zeugnis aus. Bonaduz habe mit den bisherigen Arbeiten im Bereich Zusammenarbeit schon einige gute Resultate erzielt, heisst es im Auditrapport. Und weiter: «Die Bewertung der Gemeinde mit 57,4 Prozent ist ein Spiegel für die zielstrebige Erarbeitung der nötigen Massnahmen.»
Gut gepunktet hat Bonaduz bei den hauseigenen Liegenschaften, die kaum Altlasten aufweisen. Die meisten Gebäude sind energetisch saniert. Die Liegenschaften werden zudem bereits zu 85 Prozent mit einer zentralen Holzschnitzelheizung beheizt. Gut gepunktet hat die Gemeinde aber auch im Bereich Versorgung/Entsorgung. Bonaduz bezieht mit Bündner Wasserkraft zu 100 Prozent Ökostrom. Vom Auditor gabs dafür die Kennzeichnung «Mustermassnahme».
Holzartige Abfälle werden in der Tegra zur Energiegewinnung verwertet. Gras und Laub wird zwar noch kompostiert, später aber im neuen Werkhof ebenfalls verwertet. Bereits flächendeckend eingeführt ist Tempo 30, wofür es ebenfalls Punkte gab. Dasselbe gilt für den sehr gut ausgebauten öffentliche Verkehr mit Bus und Bahn.
Aufholen muss Bonaduz noch beim Leitbild. Dieses soll nun bei der nächsten Überarbeitung mit den energiepolitischen Zielen ergänzt werden. Und auch im Bereich der Mobilität könnte Bonaduz noch mehr Punkte ergattern.

Trägt viel zum Erhalt des Labels Energiestadt bei: der gemeinsame Werkhof mit Rhäzüns.
Trägt viel zum Erhalt des Labels Energiestadt bei: der gemeinsame Werkhof mit Rhäzüns.

Massnahmen in Planung

Viele Massnahmen auf dem Weg zum Label wurden bereits umgesetzt, einige sind noch in Planung. Für Gemeindeschreiber Georges Ulber ist klar, dass sich die Gemeinde als «Energiestadt» verpflichtet, auch in den kommenden Jahren im Bereich Energie entsprechende Projekte zu fördern und umzusetzen: «Die Anstrengungen in der Energie-und Klimapolitik müssen weitergeführt werden.» Eigentlich sollte es für jede Gemeinde eine Selbstverständlichkeit sein, eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorzuleben und umzusetzen und damit das Label Energiestadt zu erreichen.
Zu den künftigen Projekten zählen zum Beispiel der Bau einer Solaranlage auf dem neuen Werkhof, die Ergänzung des Baugesetzes mit Energiestandards und die Möglichkeit, den energetischen Hauszustand mittels eines Wärmebildes erfassen zu können. «Diese Infrarotaktion planen wir gemeinsam mit Rhäzüns und Felsberg», so Ulber. Weitere Aktionen und Veranstaltungen sollen folgen.